Aktivitätsmonitoring

Ein besonderer Einsatz für Monitoringsysteme ist das Aktivitätsmonitoring in Verbindung mit unterstütztem Wohnen. Unabhängigkeit im Alter ist für viele Menschen sehr wichtig, doch diese Unabhängigkeit soll nicht zu Lasten der körperlichen Sicherheit gehen. Erleidet eine alleine lebenden Person einen Unfall, oder sie ist anderweitig am Aufstehen gehindert, bleibt dies häufig mehrere Stunden oder länger unentdeckt und kann so schwere Folgen nach sich ziehen. Um dem entgegenzuwirken sind viele Systeme entwickelt worden. Bekannt sind Alarmknöpfe, oder, wie in manchen Altersheimen bereits eingesetzt, ein Teppich, der auf Schritte reagiert, und einen Alarm sendet, falls keine Aktivität beobachtet wird.

Informationsquelle Energieverbrauch

Doch wieso nicht eine Technik nutzen, die bereits im Haushalt vorhanden ist? Genauso, wie die betreffende Person jeden Morgen zum Briefkasten geht, wird sie auch jeden Morgen die Kaffeemaschine o.ä. anstellen. Dies ist ein Stromverbrauch in einem Ausmaß, der sicher detektiert und für das Aktivitätsmonitoring genutzt werden kann. Sollte dies innerhalb eines bestimmten Zeitintervalls ausbleiben, versendet der Energiemonitor eine einfache Benachrichtigung an einen Angehörigen oder Schutzbeauftragten. Die Software von Solarautonomie ermöglicht es, einen solchen Alarm einzurichten. Die Abfrage des Verbrauches kann flexibel eingerichtet werden.

Datenhoheit / Minimal invasive Überwachung

Für Privatpersonen ist Aktivitätsmonitoring sicherlich nur eine mögliche Ergänzung zu regelmäßigem persönlichen Kontakt. Die Alarmfunktion ist nur ein Kompromiss, der die persönliche Freiheit so wenig wie möglich einschränkt. Denn natürlich ergibt sich sehr schnell die Frage nach Überwachung. Die Alarmfunktion kann jedoch nur schwer dazu eingesetzt werden, eine andere Person zu kontrollieren und in ihrer Freiheit einzuschränken. Sie stellt vielmehr eine Minimalversion der Überwachung dar, die die Autonomie der unterstützten  Person so wenig wie möglich einschränkt. Doch eine gewisse Einschränkung mit dem Ziel, bei Notfällen schnell reagieren zu können bzw. zweifelhafte Situationen aufzuklären, ist wünschenswert. Den Stromverbrauch in vorher vorgegebenen Intervallen zu kontrollieren ist hierbei eine sehr wenig invasive Vorgehensweise, beinhaltet sie doch keine Ton-, Videoaufnahmen o. ä. und auch die einzelnen Schritte der Person können nicht nachvollzogen werden, lediglich das Ausbleiben einer gewohnten Aktivität oder auch ein ungewöhnlich niedriger Verbrauch können registriert und gemeldet werden.

Energiemonitor Lastgangmessung: Aktivitätsmonitoring
Energiemonitor: Aktivitätskontrolle

Wie in den Beispieldiagrammen dargestellt, kann eine Lastspitze erwartet (zum Beispiel ca. 8:00Uhr) und bei deren Ausbleiben eine Warnmeldung versandt werden. Das kann über die Definition einer zu erwartenden Lastschwelle und eines frei wählbaren Zeitfensters erfolgen. Abwesenheit oder im ungünstigen Fall Inaktivität äußert sich im Ausbleiben der Spitzen wie im Verlauf der Tagesmaximalwerte am 15.04. ersichtlich.

Es gelangen dabei keine Informationen an Dritte. Die Meldung wird lokal generiert, genutzt werden eine verschlüsselte Übertragung, ein eigenes Konto auf einem email (SMTP-) Server. Inhalt und Betreff der email können frei konfiguriert werden.

Zielgruppe

Interessant ist diese Anwendung für Berufstätige mit entfernt und allein lebenden Eltern und dementsprechend sicherlich für größere Institutionen, Seniorenheime oder Besuchsdienste, die so wertvolle Zeit, oder teure Investitionen in neue Infrastruktur einsparen können.

Ein Artikel von: Klara Wesselkamp, 10.04.2018

Quellen und Informationen:

http://www.raspberry-pi-geek.de/Magazin/2014/01/Aktivitaetsueberwachung-fuer-allein-lebende-Senioren (letzter Zugriff 10.04.2018).

Baranski, Michael: Energie-Monitoring im privaten Haushalt. Göttingen, Oktober 2006.